Truppmann/Truppführer


 Modulare Truppausbildung (MTA)
im Landkreis Mühldorf am Inn
-Ausgabe Januar 2017-

 

Allgemeines

Seit Mai 2014 ist die Modulare Truppausbildung für die Feuerwehren Bayerns gültig. Ab November 2015 wird sie nun auch für die Feuerwehren im Landkreis Mühldorf am Inn eingeführt. Mit diesem Schreiben soll eine einheitliche Durchführung der neuen Ausbildungsform ermöglicht werden. Damit sollen aber unterschiedliche Meinungen über Art und Umfang diverser Inhalte ausgeräumt werden.
Die Kreisbrandinspektionen der Landkreise Altötting, Traunstein, Berchtesgadener Land und Mühldorf am Inn haben vor allem im Sinne der auszubildenden Feuerwehrkameradinnen und -kameraden einen Vorschlag zur Umsetzung ausgearbeitet, welcher hiermit vorgestellt wird. Änderungen im Zuge von Verbesserungen, Ergänzungen, etc. … behalten wir uns vor. Die Ausbildung findet nur auf Kreisbrandmeister Gebiet statt. Die Feuerwehren melden dem zuständigen Kreisbrandmeister die Anzahl der Teilnehmer, und dieser organisiert zusammen mit den Kommandanten den Lehrgang.

Module:

Die MTA gliedert sich in folgende Module:

- Sprechfunkausbildung – Lehrgang Kreisbrandinspektion mit Prüfung (10 UE)
- Sichern gegen Abstürze – Lehrgang Kreisbrandinspektion mit Prüfung
- Erste-Hilfe-Kurs
- MTA-Basismodul– KBM Gebiet (ca. 30 UE) mit Prüfung
- MTA-Ausbildungs- und Übungsmodul– jede Feuerwehr selbst (zwei Jahre)
- Leistungsnachweis zum Truppführer - Schriftliche Prüfung und 1 praktische Gruppenaufgabe
- Ergänzungsmodule – Standortanteil je nach örtlichen Anforderungen

Voraussetzung zur Teilnahme an der MTA:

Beginn „Basismodul“:

- Mindestens 15 Jahre alt sein
- Feuerwehrdiensttauglich sein
- Erste Hilfe Kurs
- Sprechfunk Ausbildung (Lehrgang Kreisbrandinspektion)
- Sichern gegen Abstürze (Lehrgang Kreisbrandinspektion)

Seiteneinsteiger / Quereinsteiger:

Ab 01.01.2017 ist es für Seiteneinsteiger möglich eine Verkürzte Form der MTA zu besuchen. Dieser Lehrgang findet auf KBM Gebietsebene statt. Voraussetzung ist, das der Teilnehmer das 21. Lebensjahr vollendet hat, Feuerwehrdiensttauglich ist, einen Erste Hilfe Kurs besitzt, das Modul Sprechfunk und Sichern gegen Abstürze erfolgreich besucht hat. Die Abschlussprüfung kann 6 Monaten nach erfolgreicher Beendigung des Basismodules abgelegt werden.

Erste Hilfe Kurs:

Der EH Kurs ist ggf. extern zu organisieren. Etwaige anfallende Gebühren sind mit der ausbildenden
Organisation selbst abzuklären.

Hinweis: Es sind nur Angebote von zugelassenen Anbietern wahrzunehmen.
Die Hilfsorganisation, oder der Kommandant bestätigt auf der Rückseite der Teilnahmebestätigung die Teilnahme an einen Erste Hilfe Kurs.

Sprechfunkausbildung:

Erfolgt durch die Landkreisausbildung mit 12 Stunden und Abschlussprüfung.
Wird von der Kreisbrandinspektion ausgeschrieben. Der Lehrgang wir im jeweiligen KBM Gebiet
durchgeführt.
Voraussetzung ist die ELA (Elektronische Lernanwendung).
Bayernweit wird im Abschlusszeugnis der MTA die Sprechfunker-Qualifikation bescheinigt.
Der Besuch des Modules wird auf der Rückseite der Teilnahmebestätigung von der Kreisbrandinspektion bestätigt.

Sichern gegen Abstürze:

Erfolgt durch die Kreisbrandinspektion an zwei Tagen, mit Abschlussprüfung.
Wird von der Kreisbrandinspektion ausgeschrieben. Der Lehrgang wir im jeweiligen KBM Gebiet durchgeführt. Der Besuch des Modules wird auf der Rückseite, der Teilnahmebestätigung von der Kreisbrandinspektion bestätigt.

Basismodul:

Wird von der Kreisbrandinspektion bzw. den Kreisbrandmeistern je nach Bedarf ausgeschrieben. Die Lehrgänge finden auf Kreisbrandmeister Gebiets Ebene statt. Die Ausbildung betreiben die Feuerwehren im KBM Gebiet (wie bisher).

Die Inhalte des Basismoduls:

  • - Lehrgangsorganisation
  • - Rechtsgrundlagen
  • - Brennen und Löschen
  • - Fahrzeugkunde
  • - Gerätekunde
  • - Erste Hilfe - Physische und psychische Belastungen
  • - Verhalten im Einsatz
  • - Verhalten bei Gefahr
  • - Löscheinsatz
  • - Sichern gegen Absturz
  • - Hilfeleistungseinsatz
  • - ABC-Gefahren
  • - Alternative Antriebstechniken

 Ausbildung und Übungsmodul (40 UE bzw. 2 Jahre):

Nach dem Abschluss des Basismodules, wird das Ausbildungs- und Übungsdienstmodul in
Eigenverantwortung durch den jeweiligen Kommandanten der Feuerwehr in der jeweiligen Gemeinde
ausgeführt. Er bildet nach Vorgaben des Moduls aus und dokumentiert. Vorlagen hierzu bietet der Leitfaden unter dem Punkt Lehrgangsorganisation.
Hinweis: Der KBR oder Beauftragte hat das Recht die Ausbildung zu überprüfen und die Unterlagen
einzusehen. Siehe auch VollzBekBayFwG, Art. 19.1.1.
Der Kommandant bestätigt nach den zwei Jahren auf der Rückseite der Teilnahmebestätigung des
jeweiligen Teilnehmers, die Durchführung.

Abschlussprüfung der Modularen Truppausbildung - Truppführer Qualifikation
(nach den 2 Jahren Ausbildung und Übungsmodul)

Dies erfolgt bei einer Feuerwehr im KBM Gebiet. Der Teilnehmer wird gemäß der
Prüfungsvorgaben (schriftlich 15 Fragen und bei einer Einsatzübung mit TF-Aufgaben beauftragt) bewertet.
Die Prüfer entscheiden über den Abschluss zum Truppführer entsprechend ihrer Bewertung. Der
Dienstbucheintrag zum TF erfolgt durch die Kreisbrandinspektion.

Voraussetzung zum Abschluss TF:

Mindestalter 18 Jahre
Vorlage der Teilnahmebestätigung des Basis Modules mit der vollständig ausgefüllten Rückseite. Ergänzungsmodule:

Sind durch die Standorte eigenverantwortlich durchzuführen entsprechend den Anforderungen an die jeweilige Ausrüstung am Standort. Es gibt keine Prüfungsvorgaben. Können in den laufenden Übungsbetrieb integriert werden. Dokumentation durch die Standorte.

Ergänzender Hinweis für Lehrgang Gruppenführer an der Staatlichen Feuerwehrschule:

Für weiterführende Lehrgänge an den Feuerwehrschulen wie z.B. Gruppenführerlehrgang wird künftig die Truppführer Qualifikation Voraussetzung sein d.h. entweder den Truppführer Lehrgang oder die abgeschlossene Modulare Truppausbildung.

Unterlagen für den Ausbilder

Die verfügbaren Ausbilderleitfäden können als Download im geschlossenen Bereich der Feuerwehrschule Würzburg aufgerufen werden. Eine Registrierung ist nötig. Präsentationen als Power Point gibt es auch bei der Kreisbrandinspektion bzw. Kreisbrandmeistern.

Teilnehmerunterlagen

Die Teilnehmerunterlagen können von der Homepage der Staatlichen Feuerwehrschule Würzburg
www.sfs-w.de heruntergeladen werden.

Die Merkblätter sind über die Kreisbrandinspektion zu beziehen.

Lehrplan:

An den von der Kreisbrandinspektion ausgehändigten Lehrplan ist sich zu halten.
Die Dauer der Unterrichtszeiten spielen keine Rolle. Für die gehaltenen Unterrichte ist ein Nachweis zu führen, der bei der Prüfung vorgelegt werden muss. Vom Teilnehmer sind alle Unterrichte zu besuchen.

Prüfungen:

Zur Prüfung kann nur zugelassen werden, wenn alle Unterrichte besucht wurden. Sollte ein Teilnehmer bei Verschiedenen Themen verhindert sein, so kann an einem anderen auch später stattfindenden Lehrgang das Unterrichts Thema besucht werden. Bei der Prüfung ist die Anwesenheitsliste vorzulegen.


Zwischenprüfung (Abschluss Basis Modul)


Fragebogen mit jeweils 50 Fragen und eine praktische Prüfung


1. Auffinden einer bewusstlosen Person
2. Erläutern der Funktionen eines Strahlrohres
3. Erläutern der Anwendung eines Feuerlöschers
4. Anlegen eines Brustbundes
5. In- und Außerbetriebnahme eines Hydranten

 

Abschlussprüfung (nach den zwei Jahren Ausbildungs- und Übungsdienstmodul)


1. Fragebogen mit 15 Fragen
2. Eine Gruppenaufgabe Praxis


Auslosung einer von vier vorgegebenen Gruppenaufgaben


Jede Prüfungsgruppe besteht aus 3 Trupps, die parallel durch je einen Prüfer geprüft werden.
GF, Ma und Me werden nicht geprüft-


Einspielung von Störeinflüssen, die den Prüfungsteilnehmern vorher nicht bekannt gegeben wurden.


Führungsverhalten des TF uns situativ richtiges Verhalten des Trupps werden geprüft.


Abschlussprüfung Praxis


Gruppenaufgabe: THL: VU, Person eingeklemmt


Ablauf entsprechend LP THL, aber ohne Zeitvorgabe


Beinhaltet praktisches Arbeiten mit Spreizer und Schere am Schrottfahrzeug


Angriffstrupp: Fahrzeugunterbau, Öffnen der Türe, Entfernen des Dachs, Personenbefreiung


Wassertrupp: Absicherung, Brandschutz


Schlauchtrupp: Gerätebereitstellung, Beleuchtung


Melder: Verletztenbetreuung


Störgrößen: Brand, Kreislaufstillstand, Crashrettung, Gefahrgut, etc.


Gruppenaufgabe: THL: Einsatz von Hebekissen mit Personenrettung


Angriffstrupp: Vornahme von zwei Hebekissen (nebeneinander oder übereinander), Unterbau und sichern der Last


Wassertrupp: Verletztenbetreuung und –Versorgung, Vornahme Trage


Schlauchtrupp: Gerätebereitstellung, Beleuchtung


Melder: Unterstützt Wassertrupp


Störgrößen: Einsturz, Ausbreitung, Erkrankung, etc.

 

Gruppenaufgabe: Brandbekämpfung mit Innenangriff und taktischer Ventilation (wenn vorhanden)


Angriffstrupp: Innenangriff, jedoch ohne PA, 1. Rohr, Mobiler Rauchverschluss (wenn vorhanden)


Wassertrupp: Wasserversorgung, Sicherheitstrupp


Schlauchtrupp: Druckbelüftung


Melder: Bedient Verteiler


Störgrößen: Ausbreitung, Atemgifte, Angst, Erkrankung etc.….


Gruppenaufgabe: Brandbekämpfung mit Rettung über Steckleiter


Angriffstrupp: Innenangriff, jedoch ohne PA, 1. Rohr


Wassertrupp: Wasserversorgung, Sicherheitstrupp


Schlauchtrupp: Rettung über Steckleiter


Melder: Unterstützt Schlauchtrupp


Störgrößen: Ausbreitung, Atemgifte, Angst, Erkrankung etc.

Übergangsregel Truppführer Lehrgang:

Für Feuerwerfrauen und-männer, die bereits die „Truppmann Ausbildung“ abgeschlossen haben, wird weiterhin die Truppführer Ausbildung (Landkreis) angeboten.

Leistungsprüfungen:

Bei der Leistungsprüfung „Die Gruppe im Löscheinsatz“ und „Die Gruppe im Hilfeleistungseinsatz“ für Stufe 1 muss künftig das Basismodul begonnen sein, für Stufe 2 muss das Basismodul abgeschlossen sein. Für Stufe 3 muss die MTA abgeschlossen sein.
Die in der jeweiligen Richtlinie festgelegte Altersgrenze bleibt davon unberührt.

Lehrgangsorganisation (Ausbildungs- Übungsdienstmodul)

Während der zwei Jahre sollen die in der Theorie vermittelten Unterrichte in der Praxis, durchgeführt werden. Die Aufgeführten Themen sind nur Vorschläge, es können jederzeit eigene Themen noch hinzugefügt werden.

- Rechte und Pflichten des Feuerwehrdienstleistenden
- Arten und Wirkung Gefährlicher Stoffe
- Schläuche und Armaturen (Praxis)
- Fahrzeugkunde (Praxis)
- Steckleiter (Praxis)
- Knoten und Stiche (Praxis)
- Befreiung aus Lebensbedrohlichen Zwangslagen
- Retten von Personen über Tragbare Leitern
- Retten von Personen aus Höhen und Tiefen
- Lebensrettende Sofortmaßnahmen (Erste Hilfe)
- Brandbekämpfung (Einsatzübungen)
- Löschwasserversorgung (Praxis)
- Technische Hilfeleitung (Einsatzübungen)
- Unfallverhütung
- Einweisung in besonders Gefährlichen Objekten im Einsatzbereich der eigenen Feuerwehr
- etc…………


Diese Festlegungen zur Modularen Truppausbildung im Landkreis Mühldorf am Inn entsprechen dem Stand vom Oktober 2016.


Harald Lechertshuber, Kreisbrandrat

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